Wie funktioniert die Ferrari Challenge Europe?


Ferrari 488 Challenge Rennauto in Rosso Corsa nimmt eine Kurve auf europäischer Rennstrecke im goldenen Nachmittagslicht.

Die Ferrari Challenge Europe zählt zu den bekanntesten Markenpokalserien im europäischen Motorsport. Wer sich für den Rennsport mit dem Cavallino Rampante interessiert, stellt sich schnell eine Reihe von Fragen: Wie ist die Serie aufgebaut, wer darf mitmachen, und auf welchen Strecken wird gefahren? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Ferrari Challenge und gibt einen umfassenden Überblick für alle, die die Serie besser verstehen möchten.

Auch wir kennen diese Fragen aus eigener Erfahrung. Als amtierender Coppa-Shell-Am-Europameister 2025 haben wir die Serie von innen erlebt und wissen, was die Ferrari Challenge Europe so besonders macht.

Was ist die Ferrari Challenge Europe?

Die Ferrari Challenge Europe ist eine exklusive Markenpokal-Rennserie, die von Ferrari Corse Clienti organisiert wird und ausschließlich mit Ferrari-Rennfahrzeugen ausgetragen wird. Sie richtet sich an Gentleman Driver, also ambitionierte Amateurfahrer, die auf professionellen Rennstrecken gegeneinander antreten. Die Serie gilt als eine der renommiertesten ihrer Art weltweit.

Ferrari Corse Clienti betreut die gesamte Serie – vom Fahrzeugmanagement bis zur Streckenlogistik – und sorgt dafür, dass alle Teilnehmer unter vergleichbaren Bedingungen fahren. Die Challenge Europe ist Teil eines globalen Netzwerks, das auch Serien in Nordamerika und der Asien-Pazifik-Region umfasst. Die Besten aus den regionalen Serien treffen sich beim Weltfinale, das traditionell in Mugello stattfindet. Das macht die Ferrari Challenge zu mehr als nur einer regionalen Rennserie: Sie ist eine echte internationale Bühne für leidenschaftliche Motorsportler.

Welche Klassen gibt es in der Ferrari Challenge Europe?

Die Ferrari Challenge Europe ist in drei Klassen unterteilt: die Trofeo Pirelli, die Coppa Shell und die Coppa Shell Am. Die Trofeo Pirelli ist die schnellste und wettbewerbsintensivste Klasse, in der erfahrene Fahrer mit professionellem Hintergrund antreten. Die Coppa Shell richtet sich an fortgeschrittene Amateurfahrer, während die Coppa Shell Am speziell für Einsteiger und weniger erfahrene Gentleman Driver konzipiert ist.

Trofeo Pirelli

In der Trofeo Pirelli treten die schnellsten Fahrer der Serie gegeneinander an. Viele von ihnen verfügen über einen professionellen Motorsport-Hintergrund oder langjährige Erfahrung im Rennsport. Das Niveau ist entsprechend hoch, und die Rennen sind oft eng und intensiv.

Coppa Shell und Coppa Shell Am

Die Coppa Shell ist die mittlere Klasse und bietet erfahrenen Amateurfahrern eine wettbewerbsfähige Plattform. Die Coppa Shell Am ist der klassische Einstiegspunkt in die Serie. Wir selbst sind 2024 in der Trofeo Pirelli 488 gestartet, bevor wir 2025 in die Coppa Shell Am gewechselt sind, wo wir den Europameistertitel gewannen. Seit 2026 treten wir in der Coppa Shell an, was den natürlichen Aufstieg innerhalb der Klassenstruktur der Ferrari Challenge verdeutlicht.

Wie funktioniert das Punktesystem der Ferrari Challenge?

Das Punktesystem der Ferrari Challenge folgt einem klassischen Motorsport-Schema, bei dem Punkte je nach Platzierung im Rennen vergeben werden. Der Sieger erhält die meisten Punkte, die weiteren Platzierten erhalten gestaffelte Punktzahlen. Am Ende der Saison gewinnt der Fahrer mit den meisten Gesamtpunkten den Europameistertitel in seiner jeweiligen Klasse.

Da pro Rennwochenende in der Regel zwei Rennen ausgetragen werden, kommen im Laufe der Saison erhebliche Punktemengen zusammen. Konstanz zahlt sich dabei besonders aus. In unserer Meistersaison 2025 haben wir das deutlich erlebt: Mit 173 Punkten aus 13 Rennen, einer Podiumsquote von 85 Prozent und null Ausfällen haben wir die Coppa-Shell-Am-Wertung dominiert. Das zeigt, dass nicht nur einzelne Siege entscheidend sind, sondern die Fähigkeit, über die gesamte Saison hinweg zuverlässig Punkte zu holen.

Wer darf an der Ferrari Challenge Europe teilnehmen?

An der Ferrari Challenge Europe dürfen grundsätzlich alle Fahrer teilnehmen, die einen gültigen Rennführerschein besitzen, ein zugelassenes Ferrari-Challenge-Fahrzeug einsetzen und über ein offiziell von Ferrari Corse Clienti akkreditiertes Team antreten. Die Serie ist bewusst für Gentleman Driver konzipiert, also Amateurfahrer mit entsprechender Leidenschaft und den nötigen Mitteln.

Die Teilnahme erfolgt über ein offiziell gelistetes Team. Wir fahren beispielsweise für das Team Penske Sportwagen Hamburg und sind damit als Ferrari-Challenge-Fahrer bei Corse Clienti registriert. Das Team übernimmt die gesamte technische Betreuung des Fahrzeugs, was bedeutet, dass sich die Fahrer vollständig auf ihre Leistung am Steuer konzentrieren können. Erfahrung im Motorsport ist zwar hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung, da viele Teams auch Fahrer ohne großen Rennsport-Hintergrund begleiten und unterstützen.

Welche Fahrzeuge werden in der Ferrari Challenge eingesetzt?

Das aktuelle Fahrzeug der Ferrari Challenge ist der Ferrari 296 Challenge, ein reiner Rennwagen ohne Hybridsystem. Er wird von einem Twin-Turbo-V6 mit 2.992 ccm Hubraum und einem Zylinderbankwinkel von 120 Grad angetrieben, der 700 PS bei einer spezifischen Leistung von 234 PS pro Liter sowie ein maximales Drehmoment von 740 Nm bei 6.000 U/min liefert. Die Drehzahlgrenze liegt bei 8.500 U/min.

Technik und Aerodynamik

Das Trockengewicht des 296 Challenge beträgt 1.330 Kilogramm, und bei 250 km/h erzeugt er 870 Kilogramm Abtrieb, was einem Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell Ferrari 488 Challenge Evo entspricht. Der Radstand misst 2.600 Millimeter, also 50 Millimeter weniger als beim Vorgänger. Das Getriebe ist ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in DCT-Bauweise auf Basis der SF90-Architektur.

Bremsen und Fahrwerk

Das Bremssystem besteht aus CCM-R-Plus-Carbon-Keramik-Scheiben mit F1-Technologie, die eine dreifach höhere Wärmeleitfähigkeit als konventionelle Systeme aufweisen. Die Scheibendurchmesser betragen 408 Millimeter vorne und 390 Millimeter hinten, kombiniert mit einem ABS-EVO-Track-Brake-by-Wire-System. Für maximale Traktion sorgt ein elektronisches Sperrdifferenzial in Kombination mit einem 6-Achsen-Chassis-Dynamik-System, das Motorleistung und Differenzialsperre in Echtzeit regelt.

Reifen und Aerodynamik

Die Aerodynamik ist vom Ferrari 296 GT3 abgeleitet und umfasst einen S-Duct an der Front sowie einen Swan-Neck-Heckflügel, die gemeinsam eine minimale Abtriebsvariation zwischen Geraden und Kurven gewährleisten. Als Bereifung kommen Pirelli P Zero Slicks in den Dimensionen 280/680-19 vorne und 300/720-19 hinten zum Einsatz, die speziell für den 296 Challenge entwickelt wurden.

Auf welchen Strecken findet die Ferrari Challenge Europe statt?

Die Ferrari Challenge Europe gastiert auf einigen der bekanntesten und anspruchsvollsten Rennstrecken Europas. Der Kalender umfasst klassische Grand-Prix-Kurse sowie legendäre Traditionsstrecken, die den Teilnehmern ein außergewöhnliches Fahrerlebnis bieten. Zu den regelmäßigen Austragungsorten zählen Strecken in Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien und weiteren europäischen Ländern.

Wir selbst sind auf verschiedenen dieser Strecken angetreten und kennen die Herausforderungen, die jede einzelne mit sich bringt. Der Saisonauftakt 2026 fand beispielsweise in Le Castellet, auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich, statt, wo wir direkt aufs Podium fahren konnten. Das Saisonfinale der Ferrari Challenge Europe findet traditionell in Mugello statt, wo auch der Europameistertitel vergeben wird. Mugello ist nicht nur eine der schönsten Strecken der Welt, sondern auch der Ort, an dem wir 2025 unseren Europameistertitel in der Coppa Shell Am offiziell besiegelt haben.

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